Auftag : Lorey
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STANDBILD MIT RANDEXISTENZEN
Kleines Oratorium für Wahlberechtigte
STEFANIE LOREY und BJOERN AUFTRAG trafen sich am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Giessen. Seit 2001 realisieren sie - neben anderen Arbeiten in unterschiedlichen Gruppierungen - Projekte, deren gemeinsamen Ausgangspunkt vorgefundenes oder vor Ort recherchiertes Material bildet, das sich während der Arbeit an der Präsentation ständig verändert und zunehmend komplex erscheint. Ihr besonderes Interesse gilt einer vorgegebenen, übersichtlich gestalteten, formalen Struktur, die dem Unvorhergesehenen, dem Unberechenbaren, den jeweils gegenwärtigen regionalen und individuellen Idiosynkrasien als Spielraum dient.
„Standbild mit Randexistenzen“ wurde bisher mit Einwohnern Berlins, Frankfurts, Münchens und Hamburgs, Warschaus und Zürichs realisiert. Die Installationen von Auftrag : Lorey waren u. a. zu den Hessischen Theatertagen und zu Theater der Welt eingeladen. Die Premiere ihrer jüngsten Produktion, „WMF. Wiedersehen macht Freude“, ein Stück für 12 Schauspieler und 12 Zuschauer, fand am Theater Hebbel am Ufer, Berlin statt.
35 Minuten Fade in. 35 Menschen, die normalerweise nicht gefragt werden, kommen zu Wort. Jedem wird jeweils eine Minute Bühnenpräsenz geschenkt, die sie nutzen können wie sie wollen: Ideen entwickeln, (Lügen-) Geschichten erzählen, Klagelieder anstimmen, körperliche Ertüchtigung betreiben, Revolutionen anzetteln, Beichten ablegen.
Den Darstellern wird vor ihrem Auftritt ein Wort mit auf den Weg gegeben.
Als Gegenleistung bringt jeder Teilnehmer eine Lampe aus seinem Besitz mit und trägt so mit einem Stück seiner persönlichen Habe zur wachsenden Kulisse bei.
Eine Möglichkeit zum Abtreten wird nicht gewährt.
Nach und nach entsteht aus Worten, Lampen und Menschen ein Gruppenbild.